Selbstoptimierungslüster


2024
Werkserie
Masse: divers



Dekonstruierte und mit Metallketten, Stacheln und neonartigen Leuchtmitteln bestückte Kleiderständer mutieren zu kalligrafisch anmutenden Subjekten, welche auf herausfordernde wie humorvolle Weise Fragen zu Selbstausbeutung und Diskriminierung thematisieren.

Durch die neue Kombination der zerlegten Einzelteile und die reduzierte Farbgestaltung werden die fabrikationstechnischen Unterschiede des unzählig kopierten funktionalen Designs der ikonischen Kleiderständer offenbar. Die durch Biegetechnik in ihre charakteristische Form gebrachten Elemente schweben in einem fein austarierten Gleichgewicht an langen, vertikalen Ketten an der Wand oder im Raum.

Geschmückt mit Leuchtmitteln, Metallketten und spitzen Spikes wird eine Gegenüberstellung von Fragilität und Brutalität skizziert, die verschiedene Dynamiken zwischen Individuum und Gesellschaft, Natur und Kultur, zwischen ländlichem und urbanem Raum erzeugt. Die so entstandenen Selbstoptimierungslüster lassen den trivialen Alltagsgegenstand von damals fast vergessen und laden ein, mehrere Bedeutungsebenen zu erkunden und unser Verständnis von Raum, Erinnerung und Zeitlichkeit zu hinterfragen.

 

We are not playing a game
of sorrow
we are trying to grow
wings
and
fly.

Etel Adnan, ‘Love Poems’,
Women of the Fertile Crescent:
An Anthology of Modern Poetry by Arab Women, 1981




Fotos:
Hiltibold St. Gallen: Marianne Rinderknecht
Weitere: ASD